Ich leide an Depression, nach vielen Jahren der Suche kann ich das mit
Gewissheit sagen. Auch weiß ich, dass ich nicht damit alleine bin. Viele
Bekannte sind gerade in der Zeit dieser Pandemie reihenweise in diesen
psychischen Zustand gelangt, wenn dieser nicht schon vorher da war.
Doch was sind eigentlich Anzelchen dieser Depressionen,
welche Muster ziehen sich durch den Alltag, welche Techniken oder Zwänge
habe ich entwickelt, um den Gedanken oder meinen Gefühlen zu ent-
fliehen? Denn bis auf Augen-ringe und in meinem Fall kaputte Raucher-
Hände, sieht man mir mein Zustand oftmals nicht an.
Jeden Morgen eine Tablette, scheisse vergessen? Okay hoffentlich werden
die Panikattacken nicht so schlimm. Und immer diese Ablenkung von den
Gedanken, diese Betäubung, die Verzweiflung und die Befreiung, wenn
der Kampf an einem Tag weniger schwer fällt.
Ich habe das Medium Selbstportrait gewählt, da dies einerseits nur an der
Oberfläche, an der Maske,  die ich selbst aufgebaut habe kratzt. Jedoch
auch einen inneren Prozess der Verarbeitung angestoßen hat. Mir ist
extrem bewusst geworden, dass diese Identität, die ich für andere aufgebaut
habe, nur eine Reflektionsfläche ist. Eine oberflächliche Person, die keine
Nähe seiner Mitmenschen zulässt.
Ich befinde mich in einem stabilen Zustand, habe einen guten Therapeuten,
die Bilder und Gedanken teile ich, da ich Menschen empowern möchte,
die Oberflächlichkeit aufzulösen und mehr öffentlich über ihre Gefühle,

Ängste und Probleme zu sprechen.

Hamburg, 2022